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Kultur-Tipp

Rassismus und Kolonialismus

Ausstellungen zu Rassismus und Kolonialismus in Frankfurt am Main

Ob als Einzelfall oder im Zusammenhang mit institutionellen oder gesellschaftlichen Strukturen – Rassismus wird immer wieder im öffentlichen Diskurs thematisiert. Anlass geben Gewalttaten von Belästigungen im Alltag bis zu Terrorismus und Mord. Wut und Trauer der Betroffenen, Diskussionen über die Reichweite von Prävention und die juristische Ahndung der Taten sind Teil der gesellschaftlichen Realität. Rassismus in der postkolonialen Gesellschaft findet auch in Kunst und Kultur ein vielfälti-ges Echo. Beispielsweise lädt in Frankfurt am Main nicht nur das Schauspiel Frankfurt in der Spielzeit 2020/2021 zum Diskurs über den Schwerpunkt Antisemitismus und Rassismus ein. Gleich mehrere Ausstellungen zeigen dem Publikum Rassismus und Kolonialismus aus unterschiedlichen Perspektiven. Vom 3. April bis zum 1. November 2020 ist im Museum angewandte Kunst die Ausstellung 'Life doesn’t frighten me' zu sehen. Es werden Modelle vom Label 'Comme de Garçon' der japanischen Designerin Rei Kawakubo aus der Sammlung der schwarzen Mode-Bloggerin Michelle Elie vorgestellt (Videos auf der Website). Vom 16. Mai bis zum 15. November 2020 zeigt das MUSEUM FÜR MODERNE KUNST eine Retrospektive zu dem in der Karibik geborenen Künstler Frank Walter (1926-2009) zusammen mit zeitgenössischen, teils für die Ausstellung geschaffene Werken (Booklet auf der Website).

Wie kontrovers die Präsentation dieser Thematik aufgefasst werden kann, wird am Beispiel der von Ende Oktober 2018 bis Ende Januar 2019 in der SCHIRN KUNST­HALLE FRANKFURT am Main gezeigten Retrospektive 'König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika' deutlich. Die großformatigen Gemälde einer scheinbar authentischen afrikanischen Tierwelt spiegeln die Sehnsucht nach Freiheit und Ferne als Aspekt der deutschen Kolonialgeschichte. Der 'Initiative Schwarze Menschen in Deutschland' (isd) geht diese am Werk des erfolgreichen Malers entlang erzählte Darstellung nicht weit genug. Ihre Sicht ist in das Themenheft 'Deutscher Kolonialismus' der Bildungsstätte Anne Frank eingeflossen. Es ergänzt die Ausstellung 'Hingucker? Kolonialismus & Rassismus ausstellen', die wiederum als Pendant der Ausstellung 'Ich sehe was, was Du nicht siehst.' konzipiert ist. Im Historischen Museum Frankfurt wird aus Sicht der Betroffenen das Thema Rassismus multiperspektivisch beleuchtet; in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und Vereinen sind im Stadtlabor des Museums einzelne Präsentationen entstanden, die zusammengefügt als Wechselausstellung gezeigt werden. (jk)

Weiterlesen: Nahaufnahmen Ein Parcours zur Aufklärung über Rassismus und Kolonialismus (PDF)

LINKS

Ich sehe was, was Du nicht siehst. Rassismus, Widerstand und Empowerment
Vom 1. Oktober 2020 bis zum 28. Februar 2021 im Historischen Museum Frankfurt | Ausstellung und Veranstaltungen

HINGUCKER? Kolonialismus & Rassismus ausstellen
Vom 29. September 2020 bis zum 21. Februar 2021 in der Bildungsstätte Anne Frank | Ausstellung und Veranstaltungen, Themenheft Deutscher Kolonialismus - Ein vergessenes Erbe? Postkolonialität in der rassismuskritischen Bildungsarbeit (PDF)