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Kultur-Tipp

Theater-Doppelanlage

Debatte um den Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main

"Deutschland braucht gerade in diesen Zeiten die Kultur, weil sie Raum für Debatten und Demokratie, Empathie und Energie schafft." So lobt, wie die Presse Anfang März 2021 berichtet, Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Öffnung des Kulturbetriebs als systemrelevanten Faktor. In Frankfurt am Main stellt aber nicht nur die Corona-Pandemie den Kulturbetrieb in Frage. Auch die marode Bausubstanz der Städtischen Bühnen hat schon davor eine anhaltende Diskussion um die bauliche Perspektive des Theaters ausgelöst. Nachdem Pläne für einen Um- bzw. Neubau durchgerechnet worden waren und die Stadtverordnetenversammlung sich vor kurzem für einen Neubau der Städtischen Bühnen entschieden hatte, liegen zu der bevorstehenden Kommunalwahl die parteipolitischen Lösungen auf dem Tisch. Entweder soll die vorhandene Theater-Doppelanlage mit Oper und Schauspiel vom Willy-Brandt-Platz an den Osthafen verlegt werden. Oder es soll ein Neubau in der Innenstadt mit Oper, Schauspiel und Ballett entstehen. Oder es wird ein Neubau von zwei Häusern in der Innenstadt geplant. Oder mindestens eine Sparte bleibt in der Innenstadt. Zur Vielfalt der Vorschläge hat nicht zuletzt die lukrative Innenstadtlage des Stadttheaters beigetragen. Kulturpolitisch wird ein Zusammenhang mit der geplanten Errichtung eines Kinder- und Jugendtheaters hergestellt. Und die Entwicklung der freien Theaterszene, dazu die Diskussion um den Kulturcampus für ein Offenes Haus der Kulturen und ein Zentrum der Künste sind weitere Faktoren in dieser kulturpolitischen Diskussion.

Alle kulturellen Einrichtungen bzw. Angebote müssen sich mit dem gegenwärtigen Wandel der Städte auseinandersetzen. Auch in Frankfurt werden nicht nur in der zentralen Einkaufsstraße Läden geschlossen. Corona befördert diese Tendenz ebenso wie die Verlagerung der Büroarbeit in die Wohnungen der Berufstätigen. Verkehrsströme, Transportmittel und Wege verändern sich. Frankfurt verfügt nicht nur über einen nach dem Krieg wieder aufgebauten bzw. jüngst rekonstruierten Stadtkern, sondern mit dem Museumsufer und anderen prominenten Museen, Kunstverein und Galerien – um nur einen Ausschnitt zu nennen – auch ein interessantes Kulturangebot für Einheimische und Tourismus. Wie kann das Stadttheater als Schwergewicht des städtischen Kulturhaushalts auch in Zukunft ein möglichst breites Publikum finden? Architektur, Kultur- und Theaterwissenschaften und Stimmen aus der Theaterlandschaft haben sich mit der Baufrage beschäftigt. Doch welche Vorstellungen hat das Theater selbst von seiner Zukunft? Welche Ideen werden im Bürgerdialog an das Theater herangetragen? (jk)

Weiterlesen: Grenzenlos? Ein Gespräch über das Stadttheater der Zukunft in Frankfurt am Main (PDF)

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